27. März 2018

KLEISTER-EIER // REZEPT & DIY

Kleistern ist sinnlich und toll und man kann damit wahnsinnig schön gestalten. Also schnell in die Küche gehupft, Kleister gekocht, Wasserballone für unsere Kleister-Eier aufgepustet (saustreng!) und ein paar Zeitungen in Stücke gerissen. Letzteres ist übrigens auch eine spannende Erfahrung, denn Papier hat eine Lauf-/Reissrichtung. Merkt man auch erst, wenn man genüsslich viiiiiele Streifen reissen darf...

Schritt für Schritt
Kleister selber herstellen ist einfach und geht zacki. Ich kann mich erinnern, dass wir früher tatsächlich Kleister mit handelsüblichem Fischmehl aus dem Bastelgeschäft angerührt haben... Eine etwas gruselige Vorstellung, war aber so.
Dass man prima Kleister mit Weizenmehl und Wasser anrühren kann, zeige ich euch gerne.

Dazu braucht ihr lediglich:

- 1/2 Liter Wasser
- 100g Mehl
- einen Kochtopf
- einen Schneebesen
- ein verschliessbares Glas (altes Marmeladeglas), um den übriggeblienen Kleister darin aufzubewahren
- ev. einen Pürierstab, falls der Kleister klumpen sollte (was er bei mir immer tut...)
- Zeitungspapier, in Stücke gerissen

So wird es gemacht:
Gebt das Wasser in den Topf, kocht es auf und gebt dann das Mehl langsam dazu.
- Kocht das Gemisch unter Rühren kurz auf, bis sich das Mehl gut mit dem Wasser vermengt hat. 
- Falls der Mix aus Wasser und Mehl zu flüssig geraten ist, gebt einfach noch etwas Mehl hinzu. Falls die Mischung zu dickflüssig ist, einfach noch etwas Wasser dazugeben. Wenn der Kleister abkühlt, stockt er erfahrungsgemäss noch ein. Achtet darauf, dass er eher noch etwas flüssig ist, wenn ihr ihn vom Herd nehmt.
- Lasst den Kleister abkühlen. Handwarm ist gut.
Zugegeben, ich schaff das ja immer nicht ohne Geklump. Und weil das Kleistern tatsächlich schöner ist, wenn der Kleber ganz fein ist, püriere ich die ganze Masse einfach noch schnell, dann wird es ganz prima.
Fertig ist der Kleister und ihr könnt mit dem Werken beginnen.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, mit Kleister und Papier zu gestalten. Ich habe hier bei mir auf Pinterest einen Ordner mit Kleisterideen angelegt, vielleicht mögt ihr da ja mal stöbern und euch inspirieren lassen. Hier stelle ich euch unsere Kleistereier vor:
Die aufgepusteten Wasserballone (oder wenn ihr grössere Eier wünscht, dann nehmt ihr die normalen Ballone) mit dem Kleister bestreichen und dann mit Zeitungspapier bekleben. Schaut, dass ihr ein paar Papierschichten übereinander auf den Ballon legt, damit später das Ei nicht ganz so fragil ist.

Wenn aus den Ballonen Zeitungseier geworden sind, braucht es GEDULD. Schwierig, aber wirklich nötig. Zu oft konnte ich nicht warten und hab den Ballon zum Platzen gebracht und alles ist zusammengefallen. Lohnt sich nicht. Lasst die Ballone über Nacht trocknen (und nein, Backofen zur Verschnellerung funktioniert auch nicht... Alles ausprobiert ;)).
Wenn die Kleisterhülle ganz durchgetrocknet und hart geworden ist, könnt ihr mit einer Nadel den Ballon zerplatzen. Wir haben dann mit einer Nagelschere Löcher in die Eier geschnitten und die Ballonreste ausgeklaubt.
Dann haben wir erstmal aussen weiss grundiert. Der Plan war, die Eier innen mit Goldfarbe zu streichen, aber irgendwie fand ich die Zeitungsschnipsel so schön, dass wir es einfach gelassen haben. Achtet beim Bemalen darauf, dass ihr die Farbe nicht zu wässrig anrührt, weil sich sonst der Kleister wieder auflöst und die Eier weich werden.

Dann könnt ihr die Eier auffädeln, befüllen, verstecken, aufhängen oder auf den Ostertisch stellen...
Noch ein paar Tipps zum Kleistern mit Kindern:
- Es ist tatsächlich nicht jedermanns Sache, mit dem glibberigen Kleister zu hantieren. Wenn es euer Kind ein bisschen gruselt davor, dann gebt ihm einen dicken Pinsel, mit dem es den Kleister auf den Ballon auftragen kann und dann erstmal mit den Fingerspitzen die Zeitungsstücke andrückt. Die Berührungsängste sind ganz normal und verschwinden mit der Zeit...
- Das Kleistern ist viel schöner, wenn der Kleister warm ist. Wenn ihr den Kleister im Kühlschrank aufbewahrt, dann gebt, bevor ihr ihn wieder verwendet, ein bisschen heisses Wasser hinein. Kalter Kleister macht klamme Finger. Nicht schön.
- Ich decke die Tischplatte gerne vor dem Arbeiten mit einer alten Platiktischdecke oder mit einem Stück dicker Pappe (von einer Verpackung) ab. Zeitungen als Unterlage eignen sich nicht, da sich bei längerem Arbeiten mit dem Kleister (und mit Kindern braucht das Kleistern immer etwas mehr Zeit) die Zeitungsunterlage gerne mit auflöst. Es irritiert die Kinder, wenn überall alles klebt.
- Falls du nach dem Werken noch Kleister übrig hast, lagerst du ihm am besten in einem verschließbaren Glas im Kühlschrank. So ist er etwa zwei Wochen haltbar.
- Bitte entsorgt den Kleister nicht im Abfluss, sondern im Hausmüll.
Ich wünsche euch viel Freude beim Tun und Gestalten, beim Zusammensein und Ausprobieren.
Habts fein und schön und wunderbar.
Alles Liebe, Sandra
Die Grundidee (haben wir ganz stark vereinfacht...) der Kleister-Eier sind übrigens von hier. Wunderschön, ich muss sie mir immer wieder anschauen, diese Kunstwerke! Danke für die Inspiration.

Kommentare

  1. Liebe Sandra, eure Eier sind total schön geworden, mir gefällt das Inlet aus Zeitung total gut, aber ich bin auch nicht so ein Golden Girl ;-) Das Kleister-Rezept muss ich mir unbedingt merken, ist ja total easy und (vermutlich) auch bekömmlich ;-) Leider haben meine Kinder null komma null Berührungsängste mit Glibber, Kleister, Schleim.... sieht man auch auf unseren Wänden ;-) glg Uli

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    1. Liebe Uli, danke dir vielmals für deine liebe Nachricht. Ich freue mich jedesmal, "Post" von dir zu bekommen. Das Rezept ist easy: Wenn Frau Lieblingsbande was in der Küche werkelt, ist es immer BASIC. Alles andere würde nicht hinhauen. Also meine Rezepte sind gelingsicher...
      Meine Kinder haben übrigens auch keine Berührungsängste mit Kleistersachen und so. Ich finde das super, nur manchmal... tja, manchmal wärs auch schön, wenns anders wär.
      Ich wünsche dir schönste Vorostertage und schicke Regengrüsse aus Wien
      Sandra

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  2. hallo liebe sandra,

    das ist ja mal eine so nette idee mit den kleistereiern! danke fürs zeigen und auch fürs rezept.
    das will ich ganz bald mal machen.

    wenn das mehl ins kalte wasser eingerührt wird und dann erst aufgekocht, dürfte das ganze nicht klumpen.

    liebe grüße
    conny

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    1. Liebe Conny
      AHA... kaltes Wasser gibt keine Klumpen! Das ist interessant und wird ab jetzt gleich so gehandhabt.
      Danke dir vielmals für den Tipp und die lieben Worte.
      Herzliche Grüsse und wunderschöne Tage.
      Sandra

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© lieblingsbande
Maira Gall